Eingetütet

Unser Jüngster wurde rausgeworfen. Aus dem Kindergarten. Zuvor habe es noch Gummibärchen und die Anordnung, wir dürften aufgrund der Datenschutzgrundverordnung keine Bilder von unseren Kindern machen. Danach wars vorbei mit der Zeit, als wir morgens noch Schnecken beobachten oder die Michel-Geschichte fertig lesen konnten. Ab sofort regiert der Stundenplan auch die morgendliche Welt unseres Kleinsten. 

Aktuell weiß er davon noch nicht viel, denn die Freude, nun endlich auch dazu zu gehören, überwiegt. Wichtiger als der Schulbeginn am Morgen war ihm der Name des Busfahrers, der ihn zur Schule fährt, und ob seine Klassenlehrerin wohl auch einen Schultüte zum ersten Schultag bekommt. 

Er war aufgeregt und in seiner drolligen Art sagte er das auch unverblümt. Vertrauensvoll schob sich seine kleine Hand in meine und als ich ihn schließlich alleine lassen musste, weil er auf dem Platz angekommen war, wo sein Namensschild schon auf ihn wartete, schaute mich dieser Knirps an, lächelte, dass mein Herz überquoll und sagte „Jetzt schaff ich das voll alleine“. 
Da saß er nun inmitten der anderen Erstklässler, die teilweise nur unwesentlich größer als ihre jeweiligen Schultüten waren und begann einen neuen Lebensabschnitt. Souverän, als hätte er nie etwas anderes getan. 
Natürlich drückte ich eine Träne weg, ist doch klar! 

Mittlerweile sind die ersten Hausaufgaben gemacht, der Busfahrer heißt Adis und seine Lehrerin bekam keine Schultüte. Sämtliche Kaugummis aus der Schultüte sind bereits gekaut und für Ole ist vollkommen klar: „Die Tüte heben wir für nächstes Jahr auf“…

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