Sommer in der Kiste

Nach zwei wundervollen Wochen bei sommerlichen Temperaturen kamen wir vor zwei Tagen wieder in der regnerischen Heimat an. 20 Grad Temperaturunterschied galt es da zwischen Waschmaschine und leerem Kühlschrank zu ertragen. Doch viel schlimmer, als der Wechsel zwischen Sonne, Strand und Seelenbalsam war die Ankunft in der kalten Realität des deutschen Septembers. Während die Kinder im oberen Stock „Bunt sind schon die Wälder“ trällerten,  legte ich die getrockneten Shorts und dünnen Sommerkleidchen zusammen und fragte mich, ob sich ein Einsortieren in die Schränke und Schubladen überhaupt noch lohnt. 
Zur Erklärung: bereits seit Jahren tauschen wir beim Wechsel der Jahreszeiten auch den Inhalt unseres Schrankes. Keinesfalls bedeutet das eine große Shopping Tour über die Königstraße . vielmehr sind unsere Schränke nicht so groß, als dass sie Sommer- und Winterkleidung gleichzeitig beherbergen könnten. Mein Mann und ich haben seit Jahren jeder nur eine Kommode. Seit an unserem Tisch regelmäßig Flüchtlinge sitzen, haben wir gespürt, wie wenig man wirklich zum Leben braucht. Seither habe ich mir auch kaum mehr ein neues Kleidungsstück gekauft. Tragen kann ich doch immer nur eine Hose und ein Oberteil. 
Doch zurück zu meinem Platz am Bügelkorb. Da stand ich also und fragte mich, ob wir dieses Jahr wohl nochmals in Flip Flops und kurzärmelig durch Deutschland wandeln würden. Beim Blick auf die überlaufende Regentonne war die Antwort eindeutig und ich faltete Shorts und Shirts, Badehosen und Bikinis, Tops und Tuniken fein säuberlich zusammen und ab damit in die Kiste. 
Nach getaner Arbeit zog ich mir Wollsocken an und machte mir einen Glühwein. Wenn der Sommer schon in die Kiste verbannt wurde, dann mit der entsprechenden Konsequenz. Ich verschweige euch jetzt, dass ich mir dabei überlegte, welche Weihnachtsplätzchen ich demnächst machen werde.

Kommt alle gut und heil aus dem Sommer an und freut euch…. nächstes Jahr gibt es wieder einen und die Erinnerungen an den diesjährigen bleiben. 

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